Geschichte

Schwyz in Zahlen

Ein Kanton, genauer betrachtet

Blick über den Kanton Schwyz mit Bergen und See

Wer durch den Kanton Schwyz fährt, sieht Berge, Seen und historische Dorfgassen. Was man nicht sieht: mehr als 167'000 Einwohner, über 22'000 eingetragene Firmen und ein Strassennetz, das sich fast siebenmal von Zürich nach Bern strecken würde. Schwyz ist einer jener Orte, die man leicht unterschätzt. Diese Zahlen laden dazu ein, genauer hinzuschauen.

167'010
Einwohnerinnen und Einwohner
22'482
eingetragene Firmen
111'175
Personenwagen
636'053
Logiernächte 2024

Die Menschen

167'010 Personen nennen Schwyz heute ihr Zuhause. Das sind 32'116 mehr als noch im Jahr 2003, ein Wachstum von fast 24 Prozent in zwei Jahrzehnten. Zum Vergleich: In dieser Zeit hat der Kanton eine Bevölkerung zugelegt, die grösser ist als die gesamte Stadt Uster.

Grösste Gemeinde ist nicht der Hauptort, sondern Freienbach am Zürichsee mit 16'972 Einwohnerinnen und Einwohnern, knapp vor Einsiedeln (16'356) und der Kantonshauptstadt Schwyz (16'247). Am anderen Ende der Skala steht Riemenstalden: ein stilles Alpendorf, das zeigt, wie gross die Unterschiede innerhalb ein und desselben Kantons sein können.

Auffällig ist auch das Geschlechterverhältnis: Mit 85'700 Männern gegenüber 81'310 Frauen gehört Schwyz zu den wenigen Schweizer Kantonen mit einem männlichen Überschuss. Ein Hinweis auf die Wirtschaftsstruktur und auf den Charakter einer Region, in der Bau, Industrie und handwerkliche Berufe traditionell stark vertreten sind. Und noch eine Zahl fällt auf: Jede vierte Person im Kanton stammt aus dem Ausland – der Ausländeranteil liegt bei 23,2 Prozent.

Was der Name verrät

Im Kanton Schwyz tragen die Menschen 10'802 verschiedene Nachnamen. Der mit Abstand häufigste: Kälin, mit 2'748 Namensträgerinnen und -trägern. Dahinter folgen Betschart (2'060) und Schuler (1'945) – Namen, die tief in der Geschichte dieser Region verwurzelt sind und von einem engen, über Generationen gewachsenen Zusammengehörigkeitsgefühl zeugen.

Was die Statistik aber auch zeigt: Fast drei Viertel aller Nachnamen, genau 7'888, werden von lediglich drei Personen im Kanton getragen. Dahinter stecken zugezogene Familien, internationale Neubürgerinnen und Neubürger und all jene, die dem Kanton ein Gesicht aus aller Welt geben.

Wie man in Schwyz wohnt

84'292 Wohnungen gibt es im Kanton (Stand 2024). Rein rechnerisch kommen damit auf jeden Haushalt 1,14 Wohnungen – ein Hinweis auf Leerstand, Ferienwohnungen und die unterschiedlichen Lebenssituationen der Bevölkerung.

15 Prozent aller Wohnungen sind grösser als 160 Quadratmeter. Wer sich fragt, wo die grossen Villen stehen, findet die Antwort in Wollerau: Dort fallen fast 26 Prozent aller Wohnungen in diese Grössenklasse – ein europaweit aussergewöhnlicher Wert, der nicht zuletzt mit den tiefen Steuersätzen der Gemeinde zusammenhängt. Die 74'118 Privathaushalte zeigen ein modernes Bild: Ein Drittel (33,6 Prozent) sind Einpersonenhaushalte, nur 1,4 Prozent zählen sechs oder mehr Personen. Die klassische Grossfamilie ist auch im Kanton Schwyz zur Seltenheit geworden.

Ein Wirtschaftsstandort mit zwei Gesichtern

22'482 Firmen sind im Kanton Schwyz im Handelsregister eingetragen – mehr Unternehmen, als manch ein kleines Land Einwohner zählt. Auf je 7,4 Einwohnerinnen und Einwohner kommt eine eingetragene Firma. Es sind Zahlen mit doppeltem Gesicht: das der traditionellen Schwyzer Wirtschaft und das des Steuerstandorts.

Spitzenreiter bei den Firmenansiedlungen ist Freienbach mit 5'364 eingetragenen Unternehmen, also fast so viele Firmen wie Einwohner. Auch Wollerau (2'450 Firmen) und Feusisberg (2'102) stechen heraus. Die tiefen Steuersätze und die Nähe zum Finanzplatz Zürich haben diese Gemeinden zu Anlaufstellen für Holdinggesellschaften, Stiftungen und Vermögensverwaltungen gemacht.

Die Rechtsformen spiegeln diesen Mix: 9'519 Aktiengesellschaften und 8'336 GmbHs dominieren das Bild, dahinter folgen 3'379 Einzelunternehmen und 440 Stiftungen. Auch von aussen strömt viel Geld herein: 2024 importierte der Kanton Waren im Wert von 1'826,7 Millionen Franken – fast 35 Prozent davon aus Deutschland.

Unterwegs im Kanton

Schwyz ist ein Kanton auf Rädern. 111'175 Personenwagen waren Anfang 2025 zugelassen, das sind 666 Fahrzeuge pro 1'000 Einwohner – deutlich über dem Schweizer Durchschnitt von rund 570. Seit 1990 hat sich die Zahl der Personenwagen mehr als verdoppelt. Auch die Motorräder sind auf dem Vormarsch: 16'940 sind angemeldet, eine Zahl, welche die kurvenreichen Alpenpässe des Kantons fast von selbst erklärt.

1'604 Kilometer Strassen verbinden die 30 Gemeinden des Kantons. Die längsten Strassennetze haben Einsiedeln (213 km), Schwyz (134 km) und Küssnacht (122 km).

Ein Kanton der Bootfahrer

Schwyz liegt am Vierwaldstättersee, Zürichsee, Ägerisee und weiteren Gewässern. Kein Wunder also, dass Wasser hier nicht nur Kulisse ist: 5'331 Boote waren 2025 im Kanton registriert – ein Rekordwert von einem Boot pro 31 Einwohnerinnen und Einwohner. Mit 4'382 Motorbooten dominiert der Motor klar das Wasser. Interessanter ist der Trend: Seit 2016 hat die Zahl der Segelboote von 1'005 auf 786 abgenommen, ein Rückgang von 22 Prozent. Der Wind hat es schwerer.

Zu Gast in Schwyz

636'053 Logiernächte wurden 2024 in den Schwyzer Hotels gezählt – mehr als je zuvor seit dem bisherigen Rekordjahr 2008 (664'238). Die meisten Gäste kommen im Sommer: Der August ist mit Abstand der stärkste Tourismusmonat, gefolgt von September und Juli. Der Winter spielt in der Hotellerie eine vergleichsweise bescheidene Rolle.

Ein Blick über die Jahrzehnte zeigt: Die Zahl der Ankünfte ist von 273'679 im Jahr 1992 auf 337'325 im Jahr 2024 gestiegen, ein Wachstum von rund 23 Prozent. Gleichzeitig sind die Aufenthalte kürzer geworden – der Tourismus wird schneller, auch im Herzen der Schweiz.

Bildung: die Frauen vorne

Schwyz hat sieben Mittelschulen, von der altehrwürdigen Stiftsschule des Klosters Einsiedeln über das Gymnasium Immensee bis zur Obersee Bilingual School. Im Schuljahr 2025/26 besuchten 2'000 Schülerinnen und Schüler diese Institutionen – 60,3 Prozent davon weiblich. Das beliebteste Schwerpunktfach sind die Naturwissenschaften (336 Schüler), gefolgt von Wirtschaft und Recht (265) sowie Modernen Sprachen (238). 16,5 Prozent aller Mittelschüler wohnen ausserhalb des Kantons – ein Zeichen, dass die Schulen der Region weit über die Kantonsgrenzen hinaus einen guten Ruf geniessen.

Mehr als Berge und Geschichte

Schwyz ist ein Kanton der Gegensätze: stille Alpentäler und internationale Finanzgesellschaften, Einzelunternehmen und Stiftungen, Segelboote und Ferrarimotoren. Was die Zahlen zeigen: Dieser Kanton ist reicher, vielschichtiger und überraschender, als der Name auf Anhieb vermuten lässt. Der Kanton, der der Schweiz ihren Namen gab, verdient auch im 21. Jahrhundert einen zweiten, genaueren Blick.

Quellen: Statistik Kanton Schwyz / Datenportal data.sz.ch.

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